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Grundlagen 6 Min. Lesezeit

Risiken bei Minikrediten

Hohe Zinsen, Verschuldungsgefahr, unseriöse Anbieter - die wichtigsten Risiken bei Minikrediten und wie Sie sie minimieren.

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Minikredite sind kurzfristige Kredite über kleine Beträge, gedacht für einen akuten Engpass. Sie helfen schnell, bringen aber eigene Risiken mit. Die wichtigsten davon, und wie Sie sie klein halten, lesen Sie hier.

Das Wichtigste

  • Der Zinssatz ist moderat, teuer werden Minikredite vor allem durch Zinsen und Gebühren für Extras wie die Express-Auszahlung.
  • Die Verschuldungsgefahr steigt, wenn Sie einen Kredit mit dem nächsten ablösen.
  • Neben seriösen Banken tummeln sich auch unseriöse Anbieter am Markt.
  • Ein Anbietervergleich zeigt Ihnen, wer was kostet.
  • Klare Rückzahlungsvereinbarungen vermeiden Überraschungen.

Was sind Minikredite?

Definition

Ein Minikredit ist ein kurzfristiger Kredit ab 100 €. Neukunden erhalten meist bis 600 € (bei Vexcash bis 1.000 €), Bestandskunden bis 1.500 €, bei Vexcash bis 3.000 €. Vergeben werden Minikredite von Banken und spezialisierten Online-Kreditgebern. Die Laufzeit liegt meist bei 30 oder 60 Tagen, bei manchen Anbietern bis 3 Monate.

Vorteile

Sie kommen schnell und mit wenig Papierkram an Geld für eine Reparatur oder eine unerwartete Rechnung. Die Bonitätsprüfung läuft automatisiert, die Entscheidung kommt oft nach wenigen Minuten. Geprüft wird trotzdem: Ohne ausreichendes Einkommen und passende SCHUFA gibt es auch keinen Minikredit.

Nachteile

Die Zinsen selbst sind überschaubar, kostenpflichtige Express-Optionen dagegen nicht. Dazu kommt die kurze Frist: Weil das Geld so schnell verfügbar ist, leiht man leichter mehr, als man in 30 Tagen zurückzahlen kann. Unseriöse Anbieter nutzen genau diese Eile aus - siehe auch Nachteile von Minikrediten.

Risiken bei Minikrediten

Hohe Zinsen und Gebühren

Der effektive Jahreszins der Direktanbieter liegt derzeit bei rund 11 bis 13,6 %. Bei 500 € für 30 Tage und 13,5 % sind das etwa 5,55 € Zinsen. Deutlich mehr kostet eine Express-Auszahlung: bei Cashper je nach Summe 39 bis 99 €, bei Vexcash 69 € pro Monat für das Smart-Paket. Vergleichen Sie deshalb den Gesamtbetrag, nicht nur den Zinssatz, zum Beispiel in unserer Anbieter-Übersicht.

Verschuldungsgefahr

Das größte Risiko ist die Wiederholung. Wer den ersten Minikredit nicht aus dem Gehalt zurückzahlen kann und dafür einen zweiten aufnimmt, zahlt doppelt und hat das Problem nur verschoben. Rechnen Sie vor dem Antrag nach, ob die Rückzahlung zum Fälligkeitstermin wirklich drin ist.

Unseriöse Anbieter

Unseriöse Anbieter versprechen Kredite ohne jede Prüfung oder verlangen Geld, bevor überhaupt etwas ausgezahlt wird. Das ist ein klares Warnsignal: Kreditvermittler dürfen keine Vorkosten verlangen, ihre Provision gibt es nur bei erfolgreicher Vermittlung (§ 655c BGB). Prüfen Sie außerdem, wer hinter dem Angebot steht. Banken mit Sitz in Deutschland beaufsichtigt die BaFin, EU-Banken wie die Novum Bank aus Malta arbeiten mit EU-Pass unter ihrer Heimataufsicht. Kreditvermittler brauchen eine Erlaubnis nach § 34c GewO.

RisikoBeschreibung
Hohe Zinsen und GebührenVor allem Express- und Ratenoptionen erhöhen die Gesamtkosten
VerschuldungsgefahrEin Kredit wird mit dem nächsten abgelöst
Unseriöse AnbieterVorkasse, Zusagen ohne Prüfung, fehlende Angaben zur Bank

Wie kann man die Risiken minimieren?

Klare Rückzahlungsvereinbarungen

Schauen Sie vor der Unterschrift auf drei Dinge: den Fälligkeitstermin, den Gesamtbetrag und die Frage, ob Sie Zusatzoptionen gebucht haben. Legen Sie den Rückzahlungstermin so, dass er kurz nach Ihrem Gehaltseingang liegt. Und falls es doch knapp wird, melden Sie sich vor dem Termin beim Anbieter, nicht erst nach der ersten Mahnung.

Vermeidung von Überziehungskrediten

  • Anbieter nach Gesamtkosten vergleichen, nicht nur nach Zinssatz
  • Rückzahlungstermin auf den Gehaltseingang legen
  • Den Minikredit nicht zusätzlich über den Dispo finanzieren

Fazit

Ein Minikredit ist kein Teufelszeug, aber er verzeiht wenig. Die Zinsen sind moderat, die Frist kurz und die Extras teuer. Wenn Sie bei einer seriösen Bank abschließen, auf die Express-Option verzichten, wo es geht, und die Rückzahlung vorher durchrechnen, bleibt das Risiko überschaubar.

Häufig gestellte Fragen

Wie hoch sind die Zinsen?

Bei den bekannten Direktanbietern derzeit rund 11 bis 13,6 % effektiv pro Jahr. Weil die Laufzeit kurz ist, sind das in Euro nur wenige Euro, etwa 5,55 € für 500 € über 30 Tage bei 13,5 %.

Welche Gebühren fallen an?

Vor allem freiwillige Extras: Express-Auszahlung (Cashper 39 bis 99 €, Vexcash 69 € pro Monat), bei Cashper eine 2-Raten-Option für rund 40 bis 149 €. Bei Zahlungsverzug kommen Mahnkosten und Verzugszinsen dazu.

Kann man sich leicht verschulden?

Ja, vor allem weil die Rückzahlung schon nach 30 oder 60 Tagen fällig ist. Wer dann einen neuen Kredit aufnimmt, um den alten zu bezahlen, rutscht schnell in eine Spirale.

Gibt es seriöse Anbieter?

Ja. Cashper und MyWage arbeiten mit der Novum Bank aus Malta, die von der maltesischen Aufsicht MFSA kontrolliert wird. Auxmoney ist ein Kreditmarktplatz für größere Beträge ab 1.000 €. Vergleichen sollten Sie trotzdem.

Wie minimiert man Risiken?

Vergleichen Sie die Gesamtkosten, legen Sie den Rückzahlungstermin auf Ihren Gehaltseingang und finanzieren Sie den Kredit nicht zusätzlich über den Dispo.

Sind Minikredite verantwortungsvoll?

Das hängt davon ab, wie Sie ihn nutzen. Für einen einmaligen Engpass, den das nächste Gehalt sicher ausgleicht, ist ein Minikredit vertretbar. Als Dauerlösung für ein Loch im Budget ist er es nicht.

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