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Mietkaution finanzieren

Kautionskredit oder Mietkautionsbürgschaft: Was ist günstiger?

Die Kaution für die neue Wohnung ist fällig, aber das Geld steckt noch in der alten? Hier erfahren Sie, wann sich ein Kautionskredit lohnt, wann die Bürgschaft die bessere Wahl ist und was beide Lösungen wirklich kosten.

Ausgangslage

Hohe Kosten bei einem Umzug: Warum die Kaution oft klemmt

Bei einem Umzug kommen in der Regel hohe Kosten zusammen: Umzugsunternehmen oder Leihwagen, Renovierung, Handwerker, vielleicht neue Möbel, dazu oft ein oder zwei Monate doppelte Mietzahlungen und natürlich die Mietkaution der neuen Wohnung. Die alte Kaution hilft dabei meist nicht weiter: Der bisherige Vermieter darf sich nach dem Ende des Mietverhältnisses etwa sechs Monate Überlegungsfrist für die Rückzahlung lassen und Teile der Kaution einbehalten, falls noch Betriebskosten oder Nebenkostennachzahlungen offen sind.

Gleichzeitig ist die neue Mietsicherheit zum Beginn des Mietverhältnisses fällig, gesetzlich erlaubt sind bis zu drei Nettokaltmonatsmieten (§ 551 BGB). Bei 900 Euro Kaltmiete stehen also schnell 2.700 Euro im Raum. Wer diese Zahlung nicht aus Rücklagen stemmen kann, hat zwei bewährte Wege, die Mietkaution zu finanzieren: den Kautionskredit und die Mietkautionsbürgschaft. Beide überbrücken finanzielle Engpässe in der Umzugsphase, mildern die finanzielle Belastung und machen die Kautionssumme schnell verfügbar, funktionieren aber grundlegend verschieden. Die Kaution selbst sichert den Vermieter übrigens gegen offene Mietzahlungen und Schäden an der Wohnung ab, zurückgezahlt wird sie erst nach dem Ende des Mietverhältnisses.

Der Unterschied

Kautionskredit vs. Mietkautionsbürgschaft: Zinsen oder jährliche Gebühr

Kautionskredit

Geld leihen, Kaution bar hinterlegen

Der Kautionskredit ist ein Klein- oder Ratenkredit über die Kautionssumme. Sie leihen sich das benötigte Geld, hinterlegen die Kaution klassisch beim Vermieter und zahlen den Kredit in monatlichen Raten zurück. Es fallen Zinskosten an, aber nur für die begrenzte Laufzeit: Ist der Kredit zurückgezahlt, kostet die Kaution nichts mehr, und das Geld gehört samt Sparzinsen Ihnen. Für kleinere Kautionssummen bis etwa 1.500 Euro eignet sich ein Minikredit, für höhere Beträge ein Ratenkredit.

Mietkautionsbürgschaft

Bürge statt Bargeld

Bei der Kautionsbürgschaft (auch Kautionsversicherung oder Mietbürgschaft genannt) hinterlegen Sie kein Geld. Eine Versicherung oder Bank bürgt gegenüber dem Vermieter bis zur Höhe der Kaution, Sie erhalten eine Bürgschaftsurkunde. Dafür zahlen Sie eine jährliche Gebühr, meist rund 4 bis 5 Prozent der Kautionssumme. Wichtig: Diese Gebühr fällt jedes Jahr an, solange das Mietverhältnis läuft, und Sie bekommen sie nicht zurück. Bei Schäden an der Mietsache zahlt der Bürge zwar an den Vermieter, holt sich den Betrag aber von Ihnen zurück.

Kosten

Kosten-Beispielrechnung: 1.500 € Kaution im Vergleich

Was kostet ein Kautionskredit, was kostet die Bürgschaft? Rechnen wir beide Wege für eine Mietkaution von 1.500 Euro durch. Ein Kleinkredit über 1.500 Euro mit 12 Monaten Laufzeit und 8 % effektivem Jahreszins kostet insgesamt rund 66 Euro Zinsen, die monatliche Rate liegt bei etwa 130 Euro. Danach ist der Kredit vollständig zurückgezahlt, und die bar hinterlegte Kaution arbeitet auf einem Kautionskonto für Sie.

Die Mietkautionsbürgschaft kostet bei einem Beitragssatz von 4,7 % jährlich rund 70,50 Euro, Jahr für Jahr. Nach einem Jahr liegen beide Lösungen fast gleichauf. Ab dem zweiten Jahr wird die Bürgschaft teurer: Nach fünf Jahren im Mietverhältnis haben Sie über 350 Euro an Gebühren gezahlt, ohne dass davon etwas zurückfließt. Der Kautionskredit ist dann längst getilgt. Die Bürgschaft kauft also vor allem eines: sofortige Liquidität ohne Kreditaufnahme, bezahlt mit laufenden Kosten.

Entscheidungshilfe

Wann lohnt sich der Kautionskredit, wann die Bürgschaft?

Kautionskredit, wenn Sie schnell tilgen können

Wer den Kredit für die Kaution binnen 6 bis 18 Monaten zurückzahlen kann, fährt mit den einmaligen Zinskosten fast immer günstiger als mit einer dauerhaften jährlichen Gebühr. Danach ist die Kaution schuldenfrei hinterlegt.

Bürgschaft, wenn Liquidität wichtiger ist

Bei kurzer Mietdauer, knappem Budget in der Umzugsphase oder wenn das Geld anderweitig gebraucht wird, punktet die Kautionsbürgschaft: keine Kreditaufnahme, keine monatlichen Raten, jederzeit kündbar, sobald Sie die Kaution bar stellen können.

Kombination im Alltag

Viele Mieter starten mit der Bürgschaft und lösen sie nach ein, zwei Jahren ab, sobald Rücklagen da sind. So bleiben die Gesamtkosten überschaubar und die Umzugsphase entspannt.

Vermieter fragen

Kein Vermieter muss eine Bürgschaft akzeptieren. Klären Sie vor Abschluss, ob die Mietbürgschaft als Kaution akzeptiert wird. Beim Kautionskredit stellt sich die Frage nicht, denn der Vermieter erhält ganz normal Bargeld.

Wie die Bürgschaft im Detail funktioniert, welche Anbieter es gibt und worauf Sie im Kleingedruckten achten sollten, lesen Sie in unserem Ratgeber Mietkautionsbürgschaft: einfach und clever erklärt.

Voraussetzungen

Voraussetzungen für Kautionskredit und Bürgschaft

Für beide Lösungen gelten ähnliche Grundvoraussetzungen: Volljährigkeit, Wohnsitz in Deutschland und eine ausreichende Kreditwürdigkeit. Beim Kautionskredit prüft der Kreditgeber Einkommen und Bonität des Kreditnehmers; ein regelmäßiges Nettoeinkommen ab etwa 700 bis 1.000 Euro genügt bei vielen Minikredit-Anbietern. Auch die Anbieter von Kautionsbürgschaften führen eine Bonitätsprüfung durch, gegen Sie sollte keine Insolvenz oder Zwangsvollstreckung laufen.

Bei einzelnen negativen SCHUFA-Einträgen ist ein Kautionskredit über spezialisierte Vermittler dennoch möglich; die Beantragung läuft komplett online. Auch die gewerbliche Mietkaution lässt sich finanzieren, dort sind Bürgschaften über spezialisierte Kautionsversicherer üblich. Was bei schwieriger finanzieller Situation realistisch ist und woran Sie unseriöse Angebote erkennen, erklärt unser Ratgeber zum Kredit ohne SCHUFA. Seriös ist nur, wer eine Bonitätsprüfung durchführt und keine Vorkosten verlangt.

Interaktiver Vergleich

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Alternativen

Alternativen: Kautionssparbuch, Ratenzahlung und Dispo

Neben Kredit und Bürgschaft gibt es drei weitere Wege zur Mietsicherheit. Der Klassiker ist das Kautionssparbuch: Sie zahlen die Kautionssumme auf ein Sparbuch ein und verpfänden es an den Vermieter. Das Guthaben bleibt Ihr Eigentum, die Zinsen wachsen der Kaution zu, und am Ende des Mietverhältnisses wird das Sparbuch samt Zinsen freigegeben. Kosten fallen praktisch keine an, allerdings muss das Geld dafür vorhanden sein.

Zweite Option ist die gesetzliche Ratenzahlung: Nach § 551 Abs. 2 BGB dürfen Mieter die Kaution in drei gleichen Monatsraten zahlen, die erste zu Beginn des Mietverhältnisses. Das entzerrt die Umzugskosten ganz ohne Zinskosten und ist Ihr gutes Recht, der Vermieter kann es nicht ausschließen. Vom Dispokredit als Dauerlösung raten wir dagegen ab: 10 bis 13 Prozent Dispozins machen ihn zur teuersten Variante, wie die Beispielrechnung oben zeigt. Als kurzfristige Brücke für wenige Wochen ist er akzeptabel, sonst sind Minikredit oder Bürgschaft die klar bessere Zahlungsform.

Unser Tipp

Wenn es die Bürgschaft sein soll

Wir haben viel verglichen und unter anderem die R+V Versicherung als großen Anbieter für eine Mietkautionsbürgschaft gefunden. Im Internet ist der Abschluss einer R+V-Bürgschaft unter anderem über kautionsfrei.de möglich: Antrag in wenigen Minuten, Bürgschaftsurkunde für den Vermieter, jederzeit kündbar.

Empfehlung

Bürgschaft online abschließen

Wenige Minuten Antrag, sofortige Zusage: direkt zur R+V-Bürgschaft via kautionsfrei.de.

Zum Anbieter

Bitte beachten

Die Mietkautions-Bürgschaft ersetzt nicht die Pflicht zur Kautionszahlung, sie verändert lediglich die Form der Mietsicherheit. Vor Abschluss prüfen Sie bitte, ob Ihr Vermieter die Bürgschaftsform akzeptiert. Im Zweifel reicht eine kurze Anfrage beim Hausverwalter.

Häufige Fragen

FAQ: Häufige Fragen zum Kautionskredit

Wie funktioniert ein Kautionskredit?
Ein Kautionskredit ist ein normaler Klein- oder Ratenkredit, mit dem Sie die Mietkaution finanzieren. Sie beantragen den Kredit online, erhalten die Kreditsumme aufs Konto und hinterlegen die Kaution beim Vermieter. Anschließend zahlen Sie den Kredit in festen monatlichen Raten samt Zinsen zurück. Der Vorteil gegenüber der Kautionsbürgschaft: Der Kredit ist irgendwann vollständig zurückgezahlt, während die Bürgschaft jährlich Gebühren kostet, solange sie besteht.
Kann man einen Kredit für die Kaution aufnehmen?
Ja. Für einen Kredit für die Kaution kommen je nach Kautionssumme Minikredite (bis etwa 1.500 Euro) oder klassische Ratenkredite infrage. Voraussetzungen sind Volljährigkeit, Wohnsitz und Konto in Deutschland, ein regelmäßiges Einkommen und eine ausreichende Bonität. Die Auszahlung erfolgt bei vielen Anbietern innerhalb von 24 bis 72 Stunden, mit Express-Option teils noch am selben Tag, sodass die Kaution rechtzeitig zum Beginn des Mietverhältnisses bereitsteht.
Wie komme ich an Geld für eine Kaution?
Es gibt vier gängige Wege: erstens die gesetzliche Ratenzahlung, denn nach § 551 Abs. 2 BGB dürfen Sie die Mietkaution in drei Monatsraten zahlen; zweitens ein Kautionskredit, also Geld leihen und in Raten zurückzahlen; drittens eine Mietkautionsbürgschaft, bei der eine Versicherung gegenüber dem Vermieter bürgt; viertens der Dispokredit, der wegen Zinsen von oft 10 bis 13 Prozent aber nur für sehr kurze Zeit sinnvoll ist. Welche Lösung am günstigsten ist, hängt von Kautionshöhe und Rückzahlungsdauer ab.
Wie viel Zinsen gibt es für eine Kaution?
Eine bar hinterlegte Mietkaution muss der Vermieter getrennt von seinem Vermögen zum üblichen Zinssatz für Spareinlagen mit dreimonatiger Kündigungsfrist anlegen (§ 551 Abs. 3 BGB). Die Zinsen stehen dem Mieter zu und erhöhen die Kaution, sind bei den aktuellen Sparzinsen aber überschaubar. Bei einer Mietkautionsbürgschaft wird kein Geld hinterlegt, entsprechend gibt es keine Zinsen; dafür zahlen Sie eine jährliche Gebühr an den Bürgen.
Ist ein Kautionskredit trotz SCHUFA möglich?
Bei einzelnen weichen Negativmerkmalen ja: Spezialisierte Minikredit-Anbieter und Vermittler akzeptieren auch Antragsteller mit mittlerem SCHUFA-Score, solange ein regelmäßiges Einkommen vorhanden ist. Eine Bonitätsprüfung führen seriöse Kreditgeber aber immer durch, auch die Anbieter von Kautionsbürgschaften prüfen die Kreditwürdigkeit. Angebote ganz ohne Prüfung oder mit Vorkosten sind unseriös.
Wie hoch darf die Mietkaution sein?
Die Mietkaution darf bei Wohnraum maximal drei Nettokaltmieten betragen (§ 551 Abs. 1 BGB). Bei 800 Euro Kaltmiete sind das höchstens 2.400 Euro. Der Vermieter darf die Mietsicherheit erst ab Beginn des Mietverhältnisses verlangen, und Sie haben das Recht, sie in drei gleichen monatlichen Raten zu zahlen. Für Gewerberäume gilt die Grenze nicht, dort sind auch höhere Kautionssummen üblich.